II. Entsendung ins Ausland

Zusätzliche (Komplementäre) Sozialversicherung

Die zusätzliche Sozialversicherungslösung ist nicht so radikal wie die alternative Lösung, da die Entsendung (Ausstrahlung nach § 4 SGB IV) beibehalten wird. Erhält ein Mitarbeiter in einem Entwicklungsland jedoch einen der Kaufkraft des Euro entsprechend niedrigen Vor-Ort-Unterhalt, dann kann das Bruttogehalt in Deutschland auch relativ niedrig angesetzt werden. Um dennoch eine ausreichende Versorgung im Falle des Alters, des Todes, der Invalidität oder der Arbeitslosigkeit zu gewährleisten, wird die Anwartschaft für alle diese Fälle durch privatwirtschaftliche Versicherungskomponenten aufgebessert. Diese Lösung ist vor allem bei Niedriglohnländern von Bedeutung, wenn ein angepasstes Vor-Ort-Gehalt ausgezahlt wird.

 

Rentenversicherung

Der Mitarbeiter kann in einer privaten Rentenversicherung Ansprüche auf Leistungen in Form einer Direktversicherung (Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung) erwerben. Diese Versicherung wird zusätzlich zur bereits bestehenden Pflichtversicherung abgeschlossen. Damit kann eine niedrige staatliche Rente aufgebessert werden.

 

Arbeitslosenversicherung

Die gesetzliche Arbeitslosenversicherung kann für den Fall der Arbeitslosigkeit durch eine zusätzliche Absicherung im Arbeitslosenfonds ergänzt werden. Die finanziellen Leistungen erfolgen analog zu der gesetzlichen Regelung. Zu Gunsten des Versicherten entfällt (bis auf wenige Ausnahmen) die Sperrzeit bei Arbeitsaufgabe.

 

Invaliditätsversicherung

Die gesetzlichen Leistungen bei Invalidität werden zunehmend gesenkt. Durch eine zusätzliche Absicherung im Invaliditätsfonds kann eine bessere Versorgung im Fall der Berufsunfähigkeit gewährleistet werden. Bei Eintritt von Berufsunfähigkeit erhält der Mitarbeiter aus dem Invaliditätsfonds eine Rente bis zur Vollendung des 65., 66. oder 67. Lebensjahres (Staffelung in Anlehnung an die Rentenversicherung). Zusätzlich werden die Altersrentenansprüche des Mitarbeiters weiter aufgebaut.

 

Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung

Die Kranken- und Pflegeversicherung ist weiterhin über den gesetzlichen Träger gewährleistet. Eine Erstattung von im Ausland entstandenen Kosten erfolgt durch den zunächst in Vorlage tretenden Arbeitgeber. Dieser erhält die erstattungsfähigen Kosten von der Krankenkasse zurück erstattet.

Für die gesetzliche Unfallversicherung gelten keine Besonderheiten. Es bleibt beim üblichen Versicherungsstatus.

AEM-Versorgungswerk

Christine Schneider

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